Hans Sterneder
Dichter des Menschheits-Urwissens
Hans Sterneder war ein anerkannter österreichischer Schriftsteller, dekoriert mit einem Ehren-Professor-Titel und dem höchsten Orden für Kunst und Wissenschaft I. Klasse. Er verfasste Landstreicher-, Entwicklungs- und Einweihungsromane, Hymnen, Mysterienspiele und spirituelle Sachbücher. Er galt als bedeutender Vertreter der neuen deutschen Romantik und als eine der liebenswürdigsten Dichterpersönlichkeiten Österreichs.
Die Kritik reagierte nahezu euphorisch auf Sterneders erste Romane und stellte ihn auf eine Stufe mit Adalbert Stifter, Gerhard Hauptmann oder Gottfried Keller. Sie bezeichnete ihn als einen intuitiven Dichtergeist, als ein Stück Thoma in der Dichtkunst und zählte seine Werke zu den schönsten und wertvollsten ihrer Zeit. Der Schriftsteller Ludwig Huna schrieb über den „Wunderapostel“: „Dieses Werk hat einen namenlosen Reichtum in meine Seele gelegt und ich werde zeitlebens von seinen Schönheiten und Weisheiten nicht loskommen.“ (1)
Neben seiner literarischen Kraft beeindruckt vor allem Sterneders spirituelle Gedankentiefe. Die Wiener Volkszeitung bezeichnete ihn einmal als „dithyrambischen Schwelger in Gott-Geist“ (2) und das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon (BBKL) nennt ihn einen „bedeutsamen Anreger für das religiöse Leben“. Andere nannten ihn einen Künder und Deuter des Menschheits-Urwissens und einen Wegweiser zum Urquell aller Weisheit, Schönheit und Liebe. Er selbst sah seine Aufgabe als Dichter darin, „Kunst mit Erkennen zu vermählen und zu vereinen [...], die Kunst als edles Gefäß benützen, das ich mit dem Wein kosmo-biologischer Erkenntnis gefüllt habe“ (3).
Das Hauptanliegen im literarischen Schaffen Hans Sterneders war die Vermittlung von Lebenserkennen, die Rückweisung des Menschen zu seinem Ursprung und Schöpfer und die Darlegung des Urwissens rund um den Sinn des Lebens und die Existenz Gottes. Dabei schrieb er immer wieder über folgende Themen:
- die Natur, die Achtung vor und die Liebe zu ihr sowie ihre Durchgeistigung mit Wesen wie Gnomen, Elfen, Berggeistern oder Elementarwesen;
- der Entwicklungsweg der Gottesfunken durch die Naturreiche bis hin zum Menschen und darüber hinaus;
- der Entwicklungsweg des Menschen durch die verschiedenen Erdenleben — Wiedergeburt und Reinkarnation;
- Heilung, Geistheilung, aber auch Heilkräfte in der Natur sowie alte Haus- und Sympathiemittel;
- der Tierkreis mit seinen 12 Tierkreiszeichen und ihrem Einfluss auf das Leben des Menschen und alles irdische Leben;
- eine fundierte Wissenschaftskritik, die sich insbesondere gegen das materialistische Weltbild wandte, dem Sterneder sein kosmisches Weltbild entgegenstellte;
- die Einweihung, der Einweihungsweg und die von Sterneder so genannte Große Verwandlung des Menschen vom stoffgefangenen Materialisten zum freien Geist-Menschen;
- die Großen Brüder und die Bruderschaft des Grals als Helfer der Menschheit sowie der Gral selbst, dessen Ursprung Sterneder weit zurück in der Urzeit ansiedelt;
- das Wissen großer alter Kulturen wie der Ägypter, Inder, Chaldäer und vieler anderer, insbesondere die Geheimnisse der Cheops-Pyramide. Nicht ohne Grund trägt sein 1968 erschienenes Alterswerk den Titel „Also spricht die Cheops-Pyramide“.
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(1) Aus Buchempfehlungen Staackmann-Verlag 1927.
(2) Aus Buchempfehlungen Staackmann-Verlag 1930.
(3) Sandner, Dr. Oskar: Mensch und Kosmos, Querschnitt durch das Leben und Werk von Hans Sterneder, Radiosendung oJ.
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Alle Fotos stammen aus dem Nachlass Hans Sterneders,
Franz-Michael-Felder-Archiv, Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz.
